Sommer-Röcke – In Indien unser Nähatelier besuchen – Anschließend eine Woche Urlaub

Indien hat mich schon immer fasziniert. Durch meine Reisen in Indien habe ich mein Projekt für JOYVITA, Mode-fair-produziert, realisiert. Unsere Kollektion wird zwischenzeitlich von über 50 bezaubernden indischen Frauen produziert. JOYVITA vertreibt diese Mode im Großhandel, sie wird in mehreren Geschäften in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich angeboten.

Unsere Mitarbeiterinnen in Indien: Sie sehen genauso schön aus, wie die Röcke, die sie für JOYVITA nähen.

Während der meisten meiner Reisen nach Indien besuche ich unsere Nähwerkstatt, in der die JOYVITA-Kollektion hergestellt wird. Wenn ich Zeit habe, versuche ich immer auch ein oder zwei Wochen Urlaub zu machen, um andere Teile Indiens kennenzulernen.

Foto: Edith Sassen

Gerne besuche ich Kerala, ein Staat im Süden Indiens. Ich war schon dreimal dort. Kerala ist ein erstaunlich schönes Reiseziel und ganz anders als der Rest Indiens. Kerala wird als Modellstaat für ein offenes, progressives, multikulturelles und gebildetes Indien angesehen. Die für Indien typischen Bilder von Armut, Hunger und Ausbeutung sind hier so gut wie unbekannt.

Religion

Indien ist eigentlich ein hinduistischer Staat, in dem 70,8 % der Bevölkerung an den Hinduismus glauben, 14,2 % gehören zum Islam und 2,3 % sind Christen. In Kerala ist die prozentuale Verteilung eine andere. Nach den jüngsten Statistiken sind nur 54,7 % der Menschen Hindus, 18,4 % Christen und 26,6 % Muslime.

Foto: Edith Sassen

Textilien in Kerala

Natürlich interessiere ich mich immer für die unterschiedlichen Textilien, die in dem Gebiet, das ich besuche, hergestellt werden. Einige Regionen sind für ihre prächtige Seide bekannt, andere für Spitzen, wieder andere für den Handdruck schöner Muster auf Baumwolle.

Kerala hat seinen eigenen Textilschatz. Textilien und Handwebereien aus Kerala sind bekannt für ihre Handwerkskunst, ihr Design, ihre Farben und ihre Einfachheit. Die Textilprodukte aus Kerala werden aus Materialien wie Baumwolle, Kokos, Sisal, Jute und Palmfasern hergestellt.


Lokale Webergenossenschaften in Kerala weben zeitgenössische Heimtextilien auf traditionellen Holzwebstühlen.

Das ungebleichte Baumwollgewebe, das als “Kora”-Tuch bekannt ist, ist nicht nur in Kerala bekannt. Es hat den internationalen Markt erobert und ist sehr gefragt. Seine Einzigartigkeit liegt in der feinen Webtechnik und den außergewöhnlichen Schusseffekten beim Weben. Sie werden von geschickten Handwerkern gewebt, deren Familien seit Jahrhunderten in diesem Beruf tätig sind. Die Produkte sind für ihre feine Webqualität bekannt.

Die traumhafte Landschaft von Kerala

Kerala ist paradiesisch schön – es hat eine üppige tropische Vegetation, unendliche Reis- und Baumwollfelder, Tee-, Kaffee- und Kautschukplantagen. Viele Obstbäume, Gärten voller Kardamom, Pfeffer, Zimt und Nelken sowie die Kokospalme prägen diese herrliche Gegend.

Teeplantage – Bild von Joseph Saxan Pulikkottil Rappai auf Pixabay

Die Backwaters erkunden

Besonders gerne habe ich das malerischen Lagunen- und Kanalsystem der Backwaters mit einem Hausboot erkundet. Die so genannten Backwaters von Kerala sind sehr bekannt – sie haben ein einzigartiges Ökosystem: Süßwasser aus den Flüssen trifft auf das Meerwasser aus dem Arabischen Meer.

Die Lagunen und Kanäle werden von sanft wogenden Kokosnuss- und Palmhainen, üppigen Reisfeldern und schönen Dörfern gesäumt. Sie müssen nur auf dem Deck des Hausbootes entspannen, langsam gleiten sie durch das Labyrinth von Kanälen und Wasserwegen – Erholung pur!



Strände und die Steilküste

In Kerala kann man auch gut an tollen Stränden urlauben. Besonders interessant fand ich die Steilküste. Das Meer dort hat eine relativ starke Brandung, auch wenn es sonst flach ins Wasser geht. Ich fand es manchmal anstrengend, aber gleichzeitig erfrischend und sehr belebend, in den tosenden Wellen zu schwimmen.

Fotos: Edith Sassen

Ayurveda zum Abschluss

Spätestens vor der Heimreise müssen noch einige Ayurveda-Anwendungen und Massagen sein, damit ich nicht allzu erschöpft nach Hause komme. Am besten geht das in einem der vielen ayurvedischen Zentren in Kerala. Letztendlich ist eine Indien-Reise, einschließlich der Suche nach neuen Mustern und Designs und der Arbeitswoche in unserer Werkstatt enorm ereignisreich, aber auch sehr anstrengend.

Eine ayurwedische Stirnöl-Behandlung hat einen unglaublich beruhigenden Effekt auf das vegetative Nervensystem. Zudem hat sie ein ausgleichende Wirkung auf die beiden Gehirnhälften.


Herzliche Grüße, Edith Sassen


Im Folgenden sehen Sie ein Video über die Kunst des Spinnens. Es ist auf Englisch, aber die Bilder erzählen deutlich die Geschichte der aufwendigen Arbeit beim Spinnen mit der Hand. Etwas, wovon viele Menschen in Kelara ihren Lebensunterhalt verdienen.

 

Die neue JOYVITA-Sommerkollektion 2020 können Sie ab jetzt in der DORFGALERIE sehen und gerne anprobieren. Sie sind herzlich willkommen.

Eine kleinere Kollektion von Joyvita-Röcken finden Sie auch in unserem Internet-Shop

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie uns gerne in der DORFGALERIE an: 089/856 22 99 oder schicken Sie uns eine E-mail: info@dorfgalerie.de. Meine Händler-Kunden erreichen mich unter info@joyvita.de auf www.joyvita.de sind ab sofort die schnell lieferbaren Designs eingestellt – Bestellungen gerne per e-mail!

Handbedruckte Textilien aus Indien – fair produziert.

Mit seiner Kunst und seinem Kunsthandwerk verfügt Indien über einen seltenen und kostbaren Schatz. Indiens Kunsthandwerker haben sehr viel Würde – sie arbeiten mit Hingabe und Kompetenz. Es ist nicht zuletzt ihre kunsthandwerkliche Tradition, die sie und ihre Gemeinden aufrecht hält.

Es wird viel unternommen, dieses Erbe am Leben zu halten. Wichtig ist, dass dieses Handwerk wirtschaftliche Anerkennung erfährt. So interessieren sich heute auch mehr und mehr europäische Kleinunternehmer und Designer dafür, solche kleinen Textil-Werkstätten und Handwerksbetriebe zu unterstützen. Ein wesentlicher Aspekt solcher Kooperationen ist es, über diese Produktionsstätten Umweltbewusstsein und soziale Verantwortung miteinander zu verknüpfen.

 

 



Kunstvolle Holzstempel und großes Geschick

Die Textilien werden in Handarbeit bedruckt, mit Hilfe von Blockstempeln aus Holz. Allein die Herstellung dieser Holzstempel für den Druck ist eine Kunst für sich. In einen Holzblock werden aufwändige, filigrane Muster geschnitzt. So entstehen wertvolle Holzmodeln, mit denen Bordüren, Rahmen und großflächige Designs in Handarbeit bedruckt werden.





Es gibt verschiedene Techniken, mit denen die Muster auf den Stoff übertragen werden. Die einfachste Methode ist es, mit dem Model (Holzstempel) die Farbe direkt auf den Stoff zu drucken. Dabei bestreichen die Stoffdrucker den Holzstempel vor jedem Aufdruck mit einem Färbemittel und setzen den Holzblock dann mit unglaublicher Handfertigkeit und Perfektion exakt auf.

Es erfordert enormes handwerkliches Können, die Muster passgenau auf den Stoff zu drucken. Alles wird in reiner Handarbeit ausgeführt. Der Holzstempel muss exakt gesetzt werden, sonst sind die Farben verschwommen und das Muster ist aus dem Takt.

 

 

Viele Arbeitschritte für ein wunderschönes Muster

Ein vielfarbig bedruckter Stoff ist das Ergebnis aufwändiger Druckmethoden. Es gibt kleinteilige, vielfarbige Muster, die 10 und mehr Druckvorgänge erfordern. Oft sind auch mehrere Phasen von Drucken und Färben erforderlich, um ein aufwändiges Design umzusetzen. Häufig wird das Muster nicht mit Farbe, sondern mit einer speziellen Paste gedruckt. Eine Paste, die dafür sorgt, dass der Stoff dort, wo die Paste aufgedruckt ist, keine Farbe annehmen kann. Dann wird der Stoff gefärbt. Die mit der Paste bedruckten Stellen behalten die ursprünglichen Farbe des Stoffs, im allgemeinen einen hellen Farbton. Manchmal wird an bestimmten Stellen auch Beizlauge verwendet, damit die Farbe intensiver wirkt. Zwischen allen Arbeitsschritten müssen die Stoffe immer wieder gewaschen und zum Trocknen ausgelegt werden.



Handbedruckte Stoffe und der Charme des Besonderen

Seit Generationen bedrucken kleine Familienwerkstätten Stoffe auf diese Weise. Leider kommt heute der Siebdruck immer häufiger zum Einsatz, und die Familienbetriebe mit ihren traditionellen klassischen Drucktechniken werden immer seltener. Die handbedruckten Stoffe wirken durch ihre minimalen Unregelmäßigkeiten besonders lebendig, was zu ihrem Reiz beiträgt.

Noch ist diese Handarbeit im Westen sehr begehrt, viele Designer reisen nach Indien, um die kleinen Familien-Textilbetriebe zu besuchen, einige kommen auch hierher, um die Drucktechnik zu erlernen. So bleibt dieses Kunsthandwerk noch für längere Zeit am Leben.

 

 



Für unsere Kollektionen verwenden wir immer auch handbedruckte Stoffe, nicht nur, um die Familienbetriebe und das alte Handwerk zu unterstützen, sondern einfach auch, weil diese Stoffe eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Sie verleihen unseren Röcken, Tuniken und Kimonos einen individuellen Charme und tragen maßgeblich zur Wertigkeit eines individuellen Kleidungsstückes bei. Wir kennen unsere Hand-Drucker alle persönlich- die hier gezeigten Bilder habe ich bei meinen Werkstatt-Besuchen aufgenommen.

 

 



In der DORFGALERIE finden Sie eine herrliche Auswahl an Röcken aus handbedrucktem Stoff. Anfang Februar wird auch die neue Frühjahr-Sommer-Kollektion erhältlich sein.

 

 

Herzliche Grüße, Edith Sassen

Eine kleinere Kollektion von Joyvita-Röcken finden Sie auch in unserem Internet-Shop

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